Spezielle Untersuchungsmethoden

 
   

Meine Bauchspeicheldrüse ist krank. Welche Untersuchungen erwarten mich?
Der Arzt wird zuallererst anhand der Beschwerden, die der Patient ihm schildert, und der körperlichen Untersuchung den Verdacht äussern, dass etwas an der Bauchspeicheldrüse nicht stimmt. Um diesen Verdacht weiter zu erhärten und die genaue Art der Erkrankung der Bauchspeicheldrüse festzustellen, werden neben einer Blut- und Stuhluntersuchung eine oder mehrere zusätzliche Untersuchungen durchgeführt. Im folgenden Abschnitt sollen die verschiedenen Untersuchungsmethoden, welche zur Ermittlung von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen zur Verfügung stehen, näher beschrieben werden.

Der Ultraschall (auch Sonographie genannt)
Der Ultraschall ist die einfachste Untersuchung, um ein Bild aus dem Innern des Körpers zu erhalten. Durch eine Art Sensor, den der Arzt auf den Körper auflegt, werden Schallwellen in das Innere des Körpers gesendet. Diese werden von den verschiedenen Organen wieder zurückgeworfen und vom gleichen Sensor registriert. Dabei werden die Schallwellen an den verschiedenen Organen verschieden stark reflektiert. So entstehen Bilder, aus welchen man die verschiedenen Bauchorgane wie die Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse erkennen kann. Entsprechend den erhaltenen Bildern kann der Arzt krankhafte Veränderungen an diesen Organen erkennen. Der Untersuchungsgang wird etwa wie folgt ablaufen: Zur Verbesserung der Bildqualität darf man 6 bis 8 Stunden vor der Untersuchung nichts mehr zu sich nehmen (nüchtern bleiben), da sonst zuviel Luft im Darm vorhanden ist, was die Untersuchungsqualität einschränkt. Die Untersuchung wird liegend durchgeführt. Bevor der Schallkopf auf die Haut aufgelegt wird, wird noch ein Gel aufgetragen, damit der Kontakt zwischen Haut und Schallkopf verbessert wird. Bis auf ein mögliches Kältegefühl durch die Auftragung des Gels sind weder Schmerzen noch andere Unannehmlichkeiten mit dieser Untersuchung verbunden. Der Ultraschall hat keinerlei Nebenwirkungen.

Das Computertomogram (CT)
Dies ist wahrscheinlich die am meisten durchgeführte Untersuchung bei Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen. Das Computertomogram arbeitet mit Röntgenstrahlen. Durch eine Vielzahl von genauen Schnittbildern durch den Körper ist es möglich, einen präzisen Eindruck vom Zustand der Bauchspeicheldrüse und der umliegenden Organe zu erhalten. Die Untersuchung wird etwa wie folgt ablaufen: Etwa eine halbe Stunde vor der Untersuchung muss der Patient eine spezielle Flüssigkeit trinken (ca. 8 dl Kontrastmittel), damit sich der Magen und die Därme später in den Bildern weiss darstellen und so von anderen Organen besser zu unterscheiden sind. In speziellen Räumlichkeiten muss der Patient auf eine automatisch verschiebbare Liege liegen. Über eine Sprechanlage erhält der Patient Anweisungen und Informationen vom Kontrollraum. Nun wird die Liege mit dem Patienten durch eine ca. 1m lange Röhre gefahren und die Schnittbilder werden angefertigt. Während der zweiten Hälfte der Untersuchung wird ein zweites Kontrastmittel in die Armvene gespritzt, damit die Gefässe und die Bauchorgane besser dargestellt werden. Die ganze Untersuchung dauert etwa eine halbe Stunde.

Magnet-Resonanz-Tomographie (MRI)
Die MRI-Untersuchung ist eine ähnliche Untersuchung wie das Computertomogramm. Auch hier werden Schnittbilder des Körpers angefertigt. Die Untersuchung verwendet keine Röntgenstrahlen, sondern arbeitet mit Hilfe von sich verändernden Magnetfeldern. Dafür muss sich der Patient in eine geschlossene Röhre legen und versuchen, möglichst während der ganzen Untersuchung ruhig liegen zu blieben. Menschen mit Platzangst sollten ihren Arzt vorher auf diese Tatsache aufmerksam machen. So auch Patienten, die einen Herzschrittmacher oder andere künstliche metallhaltige Prothesen besitzen. Da diese Untersuchung mit magnetischen Feldern arbeitet, könnte dies eventuell zu Problemen führen. Dauer der Untersuchung: etwa eine bis eineinhalb Stunden.

Gastroduodenoskopie mit endoskopischem Ultraschall
Die Funktionsweise der Sonographie ist bereits weiter oben beschrieben. Bei der endoskopischen Sonographie kann der Untersuchungsschallkopf mit Hilfe des für die Magen- und Zwölffingerdarm-Spiegelung eingeführten Gerätes in der unmittelbaren Nähe der Bauchspeicheldrüse platziert werden. Damit können sehr detaillierte Beurteilungen des Bauchspeicheldrüsengewebes, der Anatomie des Bauchspeicheldrüsenganges und das Vorhandensein von feinen Zysten erkannt werden.
Das Einführen des Endoskopiegerätes über den Mund und Rachen bis in den Magen und den Zwölffingerdarm ist nicht schmerzhaft, jedoch etwas unangenehm. Deshalb werden zu dieser Untersuchung Medikamente, welche den Patienten schläfrig machen, verabreicht. Damit der Magen und der Zwölffingerdarm gut beurteilt werden können soll sechs Stunden vor der Untersuchung nichts gegessen oder getrunken werden.

Endoskopische Retrograde Cholangio-Pankreaticographie (ERCP)
Die ERCP dient dazu, einen präzisen Eindruck von den Gallenwegen und Bauchspeicheldrüsengängen zu erhalten. Dies ist eine sehr wichtige Ergänzungsuntersuchung zu den anderen bildgebenden Untersuchungen. Neben der Untersuchung kann bei diesem Verfahren auch gleich eine Therapie durchgeführt werden, so zum Beispiel die Entfernung eines Gallensteins, welcher den Gallen- oder Pankreashauptgang verstopfen kann. Die Untersuchung wird etwa wie folgt ablaufen: Zu dieser Untersuchung wird der Patient schläfrig gemacht (sediert), so dass er weniger davon spürt. Dies bedingt, dass der Patient 6 Stunden vorher nichts isst oder trinkt (nüchtern). Auch wird ihm eine Venenkanüle am Vorderarm eingelegt, worüber er die einschläfernden Mittel, ein Antibiotikum und andere Medikamente vor und während der Untersuchung erhält. In Seitenlage wird dem Patienten schliesslich, wie bei der Magenspiegelung ein Endoskop über den Mund eingeführt. Dies wird bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. Über einen Bildschirm sieht der Untersucher, wo sich die Spitze des Instrument befindet. Dort wo die Gallengänge in den Zwölffingerdarm münden wird ein kleiner Schlauch aus dem Endoskop-Ende ausgefahren und in den Gallengang/Pankreashauptgang eingeführt. Nun wird Kontrastmittel über diesen Schlauch in die Gänge eingespritzt und dabei Röntgenbilder angefertigt. Manchmal ist es nötig, mit einem kleinen Schnitt den Eingang zum Gallengang/ Pankreashauptgang zu vergrössern (Papillotomie). Meist erinnern sich die Patienten später nicht mehr an die Untersuchung.

In geübten Händen ist die ERCP sicher und komplikationslos. Selten kann es aufgrund der Untersuchung zu einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung, Gallenwegsinfektionen oder Blutungen kommen. Äusserst selten kann eine notfallmässige (< 1%) Operation nötig werden.